Forschung


Fledermausschlagopfer an Windenergieanlagen (im Folgenden „WEA“) treten an vielen Standorten und teilweise in besorgniserregenden Zahlen auf. Eine Reduktion der Schlagopferzahlen ist nicht nur aus Naturschutzperspektive sondern auch für die Akzeptanz des Ausbaus der Windenergie zentral. Bislang sind nur Betriebsalgorithmen, die die Rotoren der WEA zu Zeiten von hohem Schlagrisiko still stellen, in der Lage, die Zahl der an WEA zu Tode kommender Fledermäuse substanziell zu reduzieren. Betriebsalgorithmen zur Verringerung des Schlagrisikos werden gewöhnlich anhand der Windgeschwindigkeit definiert, die an der WEA gemessen wird. Teilweise berücksichtigte man auch die Jahres- und Nachtzeit, die Temperatur oder den Niederschlag.

Übergeordnetes Ziel der Renebat Forschungsvorhaben ist es, Methoden zu entwickeln und zu implementieren, die es erlauben, auch an umstrittenen Standorten sowohl den Belangen des Fledermausschutzes als auch dem Ziel des Ausbaus der Windenergie und damit der Förderung regenerativer Energiequellen Rechnung zu tragen. Hierzu wurde ein anlagenspezifischer fledermausfreundlicher Betriebsalgorithmus entwickelt, der Zeiträume bestimmt, in denen das Schlagrisiko für Fledermäuse hoch und der Etrag der Anlage gering ist. In diesen Zeiträumen wird die WEA aus dem Wind genommen, der Rotor still gestellt und damit das Kollisionsrisiko für Fledermäuse reduziert.

Durch die Anlagensteuerung mit einem von uns entwickelten fledermausfreundlichen Betriebsalgorithmus kann das Risiko des Fledermausschlags auf einen behördlich festgelegten jährlichen Durchschnittswert reduziert werden. Gleichzeitig werden die resultierenden Ertragseinbußen minimiert.

Die an der Eingriffsplanung beteiligten Personen sollen in die Lage versetzt werden, die in den Renebat Forschungsvorhaben entwickelten Methoden eigenständig und mit möglichst geringem Aufwand umzusetzen, um eine zeitnahe und breite praktische Umsetzung zu ermöglichen. Sie sollen dazu befähigt werden, das Kollisionsrisiko für Fledermäuse und die notwendigen Maßnahmen für dessen Reduzierung quantitativ abzuschätzen. Zentral ist hierzu die von uns entwickelte Software ProBat. In diesem Zusammenhang kommt jedoch auch einer geschickten Standortwahl für die WEA eine hohe Bedeutung zu, da an Standorten mit geringer Fledermausaktivität auch nur geringe Abschaltzeiten notwendig sind.